Die Vermittlung des göttlichen Bewusstseins

Die Fähigkeit eines wahren Gurus, seine ekstatische Erfahrung an empfängliche Schüler zu vermitteln

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Die Vermittlung des göttlichen Bewusstseins ist für den Kriya-Yoga-Weg von wesentlicher Bedeutung 

Im Jahr 1920 traf Mahavatar Babaji, der große Meister, der den Kriya-Yoga für die Neuzeit wiederbelebt hat, Paramahansa Yogananda in der Garpar Road 4 in Kalkutta. Babaji sagte dem jungen Mönch: »Du bist es, den ich auserwählt habe, die Botschaft des Kriya-Yoga im Abendland und in der Neuen Welt zu verbreiten. Vor langer Zeit begegnete ich deinem Guru Yukteswar auf einem Kumbha Mela und sagte ihm, dass ich dich zu ihm senden werde, damit du seine Schulung empfängst.«

Paramahansaji beschreibt die Schulung, die er von Swami Sri Yukteswar erhalten hatte und die ihn befähigte, in höhere Zustände kosmischen Bewusstseins durch den Kriya-Yoga einzutreten: »Sri Yukteswar lehrte mich, dieses glückselige Erlebnis beliebig oft herbeizurufen und es auch anderen, deren Intuition entsprechend entwickelt ist, zu vermitteln.«

Schülerinnen und Schüler nehmen zunächst mehr oder weniger stark wahr, wenn Segnungen und göttliches Bewusstsein auf sie übertragen werden. Es hängt davon ab, wie geistig fortgeschritten und empfänglich sie sind. Aber dies ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Verbreitung des Kriya-Yoga. Babaji hat angewiesen hat, dass der der Kriya nicht nur eine philosophische Lehre ist, sondern eine spirituelle Einweihung (Diksha), bei der eine heilige Beziehung zwischen dem Studierenden und einem wahren im Auftrag von Gott handelnden Guru geknüpft wird.

Am Ende seiner Autobiographie eines Yogi schrieb Paramahansaji: »Nicht nur einige Dutzend, sondern Hunderttausende von Kriya-Yogis werden gebraucht, damit der ersehnte Weltfriede und allgemeine Wohlstand erreicht wird, der alle Menschen erwartet, sobald sie sich ernsthaft darum bemühen, wieder echte Kinder Gottes zu werden....Mögen alle Menschen zu der Erkenntnis gelangen, dass es eine bestimmte, wissenschaftliche Technik der Selbst-Verwirklichung gibt, die alles menschliche Leid überwinden hilft.« Es folgen kurze Schilderungen von einigen der zahlreichen Schüler von Paramahansa Yogananda in der SRF/YSS, deren Leben erhoben wurde durch die weltweite Verbreitung dieser heiligen Wissenschaft der Seele.

Dr. Lewis: Ein wundersames erstes Treffen mit dem Guru

Dr Lewis
Dr. Minott W. Lewis, ein Zahnarzt aus Boston, begegnete Paramahansa Yogananda 1920, kurz nach der Ankunft des Gurus in Amerika, und wurde der erste amerikanische Jünger, der von ihm feierlich in den Kriya-Yoga eingeweiht wurde. Während der vielen Jahre, die er als Vizepräsident und hoch geschätzter geschätzter Geistlicher der Self-Realization Fellowship diente, erzählte er oft von seiner ersten Begegnung mit Paramahansaji. Der nachfolgende Text enthält Auszüge aus verschiedenen Ansprachen, die Dr. Lewis im Laufe der Jahre gehalten hat.

Ende 1920, kurz nach Paramahansa Yoganandas Ankunft in Amerika, erhielt der junge Swami eine Einladung, in einer Kirche der Unitarier in Boston einen Vortrag zu halten. Zu dieser Gemeinde gehörte auch Alice Hasey, eine langjährige Freundin von Dr. Lewis. Frau Hasey (der Paramahansaji später den Namen Schwester Yogmata gab) kannte Dr. Lewis’ Interesse an spirituellen Themen und riet ihm eindringlich: »Du solltest Swami Yogananda kennenlernen.« 

Für den Weihnachtsabend wurde ein Treffen im Unity-Haus vereinbart, wo der Meister ein Zimmer hatte. Als der Doktor zu dieser Verabredung fuhr, dachte er, dass sie nicht lange dauern würde, und teilte seiner Frau Mildred mit, er werde bald zurück sein, um den Christbaum zu schmücken.

Auf dem Weg zum Unity-Haus erinnerte sich Doktor Lewis an die Warnungen seiner Eltern, sich von Scharlatanen, die sich als religiöse Lehrer ausgeben, nicht hinters Licht oder in die Irre führen zu lassen, und so war seine Einstellung skeptisch.

Paramahansaji empfing Dr. Lewis sehr herzlich. Den jungen Zahnarzt bewegten viele geistige Fragen, und er erhielt von Paramahansaji zufriedenstellende Antworten. Viele Jahre später sagte er über diese Begegnung: »Ich war ›aus Missouri‹ und so erwartete ich Beweise. Aber schlimmer noch – aus New England kommend, musste ich es ganz genau wissen!«

An diesem Weihnachtsabend 1920 sagte er zu Paramahansaji:  »Die Bibel sagt uns:  ›Das Auge ist des Leibes Licht: Wenn dein Auge eins ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein.‹ Können Sie mir das erklären?«

»Ich denke schon«, antwortete der Guru.

Dr. Lewis hatte immer noch Zweifel.  »Ich habe schon viele Leute gefragt«, sagte er, »aber niemand schien zu wissen, was das bedeutet.«

»Können die Blinden die Blinden führen?« antwortete Paramahansaji.  »Beide würden in dieselbe Grube des Irrtums fallen.«

»Können Sie mir diese Dinge zeigen?«

»Ich denke schon«, wiederholte der Meister.

»Also dann, um Himmels willen, zeigen Sie mir diese, bitte!«

Der Guru bat Dr. Lewis, sich mit gekreuzten Beinen auf den Boden zu setzen und setzte sich ihm gegenüber. Paramahansaji sah ihm direkt in die Augen und fragte: »Willst du mich immer lieben, so wie ich dich liebe?«

Dr. Lewis bestätigte dies. Dann sagte der Guru: »Deine Sünden sind Dir vergeben, und ich werde die Verantwortung für Dein Leben übernehmen.«

»Bei diesen Worten«, so erzählte Dr. Lewis später, »fühlte ich, dass mir eine große Last von den Schultern genommen wurde. Das ist eine Tatsache. Ich empfand eine große Erleichterung – als wären Berge von Karma und Täuschung von mir genommen worden. Eine große Bürde wurde von mir genommen – und zwar für immer. Ich habe noch viele Prüfungen bestehen müssen – mehr als genug –, aber diese Last ist niemals mehr zurückgekehrt.«

Dr. Lewis erzählte weiter:

»Dann legte der Meister seine Stirn gegen meine Stirn. Er sagte mir, dass ich meine Augen nach oben richten solle auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, was ich auch tat. Und dort erblickte ich das große Licht des Geistigen Auges. Der Meister gab mir keinen Hinweis, dass ich etwas sehen würde. Er beeinflusste mich in keiner Weise durch Suggestion. Was ich sah, ergab sich ganz von selbst.

Ich war ganz bewusst, ganz wach, ganz aufmerksam, und ich konnte das Geistige Auge sehen, weil der Meister die Wogen meines Bewusstseins geglättet hatte und so der ureigenen Intuition meiner Seele erlaubte, es mir zu zeigen. Als ich tiefer in das große goldene Licht blickte, formte sich das ganze Geistige Auge mit seinem inneren dunkelblauen Zentrum, welches das Christusbewusstsein in mir repräsentiert oder manifestiert; und schließlich erschien auch der kleine silberne Stern in der Mitte, der Inbegriff des Kosmischen Bewusstseins.

Ich war natürlich überwältigt, weil ich jemanden gefunden hatte, der mir die innere Realität zeigen konnte, die in jedem Einzelnen von uns liegt. Ich erkannte, dass er kein gewöhnlicher Mensch war, sondern jemand, der sich völlig von denen unterschied, die beteuern, über derartige geistige Dinge Bescheid zu wissen.

Wir sprachen einige Minuten miteinander, und dann drückte er erneut seine Stirn gegen die meinige; und dann sah ich das große Licht des tausendblättrigen Lotos [des höchsten geistigen Zentrums, das sich ganz oben im Gehirn befindet] – das Allerhöchste, was man sehen kann, mit seinen vielen, vielen silberstrahligen Blättern. Am unteren Rand des tausendblättrigen Lotos konnte ich, umgeben von dichterem Licht, die Wände der großen Arterien an der Schädelbasis wahrnehmen. Und siehe da, während ich zuschaute, hüpften kleine Lichtfunken im Inneren der Arterien entlang und berührten vor meinen Augen die Arterienwände von innen. Es waren die Blutkörperchen, jedes mit seinem kleinen Funken astralen Lichts, das sich manifestierte, als sie ihre Aufgabe in Gottes Lichtspiel erfüllten.

»Paramahansaji zeigte mir das große Licht Gottes und sagte: ›Wenn du an diesem Weg festhältst und regelmäßig meditierst, dann wird dich diese Vision stets begleiten.‹ Und so folgte ich seinem Rat. Ich habe die Übung des Kriya-Yoga nie versäumt. Allmählich trat das Licht Gottes ein. Was ich empfing, das empfing ich vom Meister. Er erhob mich aus der Unsicherheit der Täuschung in das Licht der Realität. Diese Erfahrung verändert das Herz. Dann fühlen wir die wahre Brüderlichkeit der Menschen und die Vaterschaft Gottes.«

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Tara Mata: Über die Erfahrung völlig eins zu sein mit der Selbstverwirklichung des Gurus 

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Tara Mata war eine fortgeschrittene Kriya-Yoga-Jüngerin und diente Paramahansa Yogananda von 1924 bis zu ihrem Ableben 1971 als Lektorin der Autobiographie eines Yogi und anderer Werke von ihm. Nicht lange nach ihrer Begegnung mit Paramahansaji im Jahre 1924 schrieb Tara Mata den folgenden Artikel über einen »Mann«, der mit der Erfahrung des kosmischen Bewusstseins gesegnet wurde. Wenngleich sie die Identifizierung mit der genannten Person auf bescheidene Art und Weise vermieden hatte, so waren die von Tara Mata beschriebenen Erfahrungen doch ihre eigenen.

Die vollständige Schilderung von Tara Mata über diese transzendenten Erfahrungen wurde als Heft mit dem Titel A Forerunner of a New Race (auf Englisch)« herausgegeben. Hier einige Auszüge:

Die meisten Menschen glauben, dass das göttliche Wissen nur wenigen Auserwählten vorbehalten ist und sich der Durchschnittsmensch Gott nicht weiter nähern kann, als ihn sein »Glaube« führt. Die Erkenntnis, dass es einen bestimmten Weg gibt, der zum Erleben Gottes führt, eine Technik, die von allen Menschen in allen Lebenslagen benutzt werden kann [Kriya-Yoga], hat bei einer Reihe von Schülern der Selbstverwirklichung solch einen befreienden Schock ausgelöst, dass sie sich fühlten, als hätten sie eine Wiedergeburt erlebt.

Ich erinnere mich da an solch einen Fall – ein Mann, der, sobald er von der Botschaft der Selbstverwirklichung gehört hatte, in das kosmische Bewusstsein hineingezogen wurde....Dieser Mann war beherrscht von intensivem religiösen Glauben und Sehnsucht. Obwohl er die heiligen Schriften der Welt gut kannte, insbesondere die Schriften der Hindus, wusste er, dass dieses intellektuelle Wissen karg und steinig war; es stillte nicht den Hunger seiner Seele. Er wollte die geistige Speise nicht nur lesen, sondern sie auch kosten. Unter dem gleichmäßigen Verlauf seiner Tage klaffte ein schwarzer Abgrund der Verzweiflung – die Verzweiflung, ob er würdig war, eine direkte Verbindung mit Gott zu haben, da er diese Erfahrung nicht gemacht hatte. Schließlich hegte er Zweifel, nicht an Gott, aber ob er wohl je in der Lage sein würde, mehr als ein intellektuelles Verständnis von Ihm zu haben. Diese Überzeugung war tief verwurzelt in seinem Leben und ließ die Sache so erscheinen, als wäre sie wertlos und bedeutungslos.

»Die Erkenntnis, dass es einen bestimmten Weg gibt, der zum Erleben Gottes führt, eine Technik, die von allen Menschen in allen Lebenslagen benutzt werden kann [Kriya-Yoga], hat bei einer Reihe von Schülern der Selbstverwirklichung solch einen befreienden Schock ausgelöst, dass sie sich fühlten, als hätten sie eine Wiedergeburt erlebt.«

In diese dunkle Nacht seiner Seele kam das Licht der Selbstverwirklichung. Nachdem er einige öffentliche Vorträge von Paramahansa Yogananda gehört hatte und bevor er Unterricht nahm, fühlte dieser Mann, wie das schwere Gewicht der Verzweiflung auf seinem Herzen leichter wurde. Nachdem er eines Nachts nach dem letzten öffentlichen Vortrag heimkehrte, spürte er einen großen inneren Frieden. Er fühlte sich auf eine tiefgründige Weise so, als wäre er ein anderer Mensch geworden. Ein Impuls drängte ihn, in den Spiegel in seinem Zimmer zu schauen, um den neuen Menschen sehen zu können. Dort sah er nicht sein eigenes Gesicht, sondern das von Paramahansa Yogananda, dessen Vortrag er an diesem Abend gehört hatte.

Die Schleusen der Freude öffneten sich in seiner Seele; er wurde überflutet von Wellen unbeschreiblicher Ekstase. Worte, die zuvor für ihn nur bloße Worte waren – Glückseligkeit, Unsterblichkeit, Ewigkeit, Wahrheit, göttliche Liebe – wurden augenblicklich zum Kern seines Daseins, zur Essenz seines Lebens, zur einzig möglichen Realität. Die Erkenntnis, dass diese tiefen, immer währenden Quellen der Freude in jedem Herzen existieren, dass dieses unsterbliche Leben all der Sterblichkeit der Menschheit unterliegt, dass diese ewige, alles miteinbeziehende Liebe, die jedes Teilchen, jedes Atom der Schöpfung einhüllt, unterstützt und leitet, vor uns aufbricht mit einer Sicherheit, einer göttlichen Gewissheit, die aus seinem ganzen Wesen in einer Flut von Lob und Dankbarkeit hervorströmt.

Er wusste es; nicht allein mit seinem Verstand, sondern mit seinem Herzen und seiner Seele, mit jeder Zelle und jedem Molekül seines Körpers. Die erhabene Herrlichkeit und Freude dieser Entdeckung war so riesig, dass er fühlte, dass Jahrhunderte, Jahrtausende, zahllose Äonen des Leidens nichts, sogar weniger als nichts waren, wenn auf solchem Wege diese Glückseligkeit erreicht werden konnte. Sünde, Leid, Tod – diese Worte waren jetzt ohne Bedeutung, wurden verschluckt durch die Freude, wie kleine Fische durch die Weltmeere.

Physiologische Veränderungen    

Während der ersten Zeit der Erleuchtung und in den darauffolgenden Wochen nahm er eine Vielzahl physiologischer Veränderungen in seinem Körper wahr. Am auffälligsten war eine Veränderung, die wie eine Neuordnung der Molekülstruktur in seinem Gehirn schien oder wie die Erschließung neuer Zellgebiete in diesem Bereich. Er war sich unaufhörlich, Tag und Nacht, dieser fortwährenden Veränderung bewusst. Es schien, als ob eine Art elektrischer Bohrer neue zellulare Denkkanäle aufbohren würde. Dieses Phänomen ist ein starker Beweis für Buckes Theorie, dass kosmisches Bewusstsein eine natürliche Fähigkeit des Menschen ist. Es belegt, dass die Gehirnzellen, die mit dieser Fähigkeit verbunden sind, bereits im Menschen vorhanden sind, obwohl sie gegenwärtig bei den meisten Menschen inaktiv sind oder nicht arbeiten.

Eine andere wichtige Veränderung verspürte er in seiner Wirbelsäule. Die ganze Wirbelsäule schien für mehrere Wochen in Eisen verwandelt zu sein, so dass er sich beim Meditieren über Gott für immer verankert fühlte, ewiglich fähig an einem Platz zu sitzen, bewegungslos und ohne jegliches Körperbewusstsein. Manchmal strömten übermenschliche Kräfte in ihn und er hatte das Gefühl, als träge er das gesamte Universum auf seinen Schultern. Er spürte, wie das Lebenselixier, der Nektar der Unsterblichkeit, als reale, fühlbare Kraft in seine Venen floss. Wie Quecksilber oder eine Art elektrisches, flüssiges Licht, das seinen ganzen Körper durchflutete.

Während dieser Wochen der Erleuchtung spürte er weder das Bedürfnis zu essen noch zu schlafen. Aber er passte sein äußerliches Leben an den Rhythmus des Haushalts an und aß und schlief, wenn die Familie es tat. Alle Speisen schienen für ihn reiner Geist zu sein und im Schlaf war er in den »ewigen Armen« gebettet, aus dem er in Freude erwachte, jenseits aller Worte, aller kraftvollen Beschreibungen.

Früher litt er an chronischem Katarrh; jetzt war sein Körper von allen Krankheiten gereinigt. Seine Familie und Freunde bemerkten eine große Veränderung in seiner Erscheinung und in seinem Verhalten; sein Gesicht erstrahlte im Glanz; seine Augen leuchteten vor Freude. Fremde sprachen ihn an, angezogen von einer seltsamen Sympathie; in der Straßenbahn kamen Kinder herbei, die sich auf seinen Schoß setzen wollten und ihn zu Besuch einluden.

Das ganze Universum öffnete sich ihm in einem Meer der Liebe; er sagte häufig zu sich selbst: »Jetzt weiß ich endlich, was Liebe ist! Dies ist Gottes Liebe, die die nobelste menschliche Zuneigung beschämt. Ewige Liebe, unbesiegbare Liebe, alles erfüllende Liebe!« Er wusste jenseits aller Möglichkeiten oder Zweifel, dass die Liebe das Universum erschafft und erhält und dass alles Erschaffene, menschliche oder nicht menschliche, dazu bestimmt ist, diese Liebe, diese unsterbliche Glückseligkeit zu entdecken, die die wahre Essenz des Lebens ausmacht. Er fühlte, wie sich sein Geist und sein Verständnis erweiterte, endlose Ausdehnung, die immer mehr wuchs und alles im Universum berührte, alle Dinge, alle Gedanken mit ihm selbst verband. Sein »Zentrum war überall, Zirkumferenz nirgends.«

Der atomare Tanz der Natur    

Die Luft, die er atmete, war freundlich, vertraut und lebensbewusst. Er fühlte die ganze Welt als sein »Zuhause«, dass er sich nie wieder irgendwo seltsam oder fremd fühlen würde; dass Berge, das Meer, die fernen Länder, die er nie gesehen hatte, ihm ebenso vertraut waren, wie die Heimat seiner Kindheit. Überall, wo er hinschaute, sah er den »atomaren Tanz« der Natur; die Luft war gefüllt von unzähligen sich bewegenden Glühwürmchen.

Während dieser Wochen kam er wie gewohnt seinen täglichen Verpflichtungen nach, aber mit einer bisher unbekannten Effizienz und Schnelligkeit. Auf seiner Maschine tippte er die Bögen ohne Fehler in einem Viertel seiner üblichen Zeit. Müdigkeit kannte er nicht; seine Arbeit schien wie ein Kinderspiel, fröhlich und sorglos. Beim persönlichen Gespräch oder über das Telefon mit seinen Kunden umhüllte seine innere Freude jede Handlung und jeden Umstand mit einer kosmischen Bedeutung – diese Menschen, dieses Telefon, dieser Tisch, diese Stimme waren Gott, Gott der sich in seinen faszinierenden Verkleidungen in anderen manifestiert.

Inmitten seiner Arbeit wurde er plötzlich durch die Güte Gottes, der ihm diese unglaubliche, unsagbare Freude gab, neu überwältigt. In solchen Momenten hörte er komplett auf zu atmen; die Ehrfurcht, die er fühlte, wurde durch eine absolute, innere und äußere Ruhe begleitet. Ein Gefühl von unermesslichem und unsagbarem Dank lag seinem Bewusstsein zugrunde; er sehnte sich nach anderen, die Freude mit ihnen zu teilen, die in ihrem Inneren war; aber vor allem ein göttliches Wissen, jenseits allem menschlichen Verständnis, dass alles mit der Welt in Ordnung war, dass alles zum Ziel des kosmischen Bewusstseins, der unsterblichen Glückseligkeit, geführt wurde.

Dieser Zustand der Erleuchtung dauerte in ihm rund zwei Monate an und ließ dann allmählich nach. Es kehrte nie wieder mit seiner ursprünglichen Stärke zurück, jedoch kehrten bestimmte Merkmale, insbesondere das Gefühl von göttlichem Frieden und göttlicher Freude, jedes Mal zurück, wenn er die Meditationstechniken der Self-Realization Fellowship übte.

 

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»Das Üben von Yoga bringt die Gnade Gottes in der höchsten Form«

Sri Gyanamata war eine von Paramahansa Yogananda am weitesten fortgeschrittene Schülerin des Kriya-Yoga, deren weise und liebevolle Ratschläge in dem Buch: God Alone: The Life and Letters of a Saint (auf Englisch) zusammengefasst sind.

Nach dem Heimgang  von Sri Gyanamata im Jahre 1951, erzählte Paramahansaji seinen anderen Jüngern, dass sie die vollständige Befreiung erreicht hatte; und der Guru pries das Üben des Yoga über alles andere als den Weg, der allen die gleiche geistige Freiheit bringen kann. Paramahansaji erzählte: 

[Zwei Tage vor ihrem Heimgang] bat sie mich um den Nirbikalpa Samadhi; doch ich sagte: »Du brauchst ihn nicht mehr. Ich sah dich bereits in Gott. Wenn du den Palast erreicht hast – warum willst du dann noch in den Garten gehen?« …

Sie hatte ihr eigenes Karma im letzten Leben vollständig ausgearbeitet; und in diesem Leben wurde sie durch die Gnade des Himmlischen Vaters ohne die höchste Ekstase zur ewigen Freiheit geführt. Das heißt aber nicht, dass Gyanamata die höchste Ekstase (Nirbikalpa Samadhi) nicht besaß. Die hatte sie bereits in ihrem vergangenen Leben erlangt. Aber – wie es bereits auf dem kleinen Schildchen in ihrem Zimmer heißt: »Gott Allein« – in diesem Leben wurde ihre vom Schmerz unberührte, siegreiche Seele durch Gottes Gnade allein in die allgegenwärtige Befreiung erhoben. 

Alle Gottsucher sollten daran denken, dass die höchste Gnade Gottes nur durch beständiges Üben des Yoga erlangt wird, denn Krishna sagte zu Arjuna: »O Arjuna, größer als der Weg der Weisheit, der Weg des Handelns oder jeder andere Weg, ist der Weg des Yoga. Deshalb sei du, Arjuna, ein Yogi!«

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Erfahrungen weiterer SRF-/YSS-Kriyabans

Durch die Herrlichkeit Gottes wurde ich vor zwanzig Jahren in den Kriya-Yoga eingeweiht. Ich stehe nach 4 Uhr morgens für die Meditation auf, bevor ich die Familie um 6 Uhr wecke. Dies ist die ruhigste Zeit am Tag und ich genieße meine Meditation am Morgen ganz besonders. Ich möchte gern meine Erkenntnis teilen, dass die Entfernung zu Gott proportional zur Hingabe zu Ihm ist. Je mehr ich mich danach sehnte, bei Gott zu sein, desto klarer zeigte Er sich mir.

Vor einem Jahr stand der Atem plötzlich still, die Wirbelsäule richtete sich von unten bis oben auf und auf einmal erstarrte der ganze Körper, wobei der Geist mit hellem Licht und endloser Freude überwältigt wurde.

Ich kann die Wahrheit des Zitats von Sri Yogananda auf der Website der SRF nur bestätigen: »Der erste Beweis der Gegenwart Gottes ist ein unbeschreiblicher Frieden. Aus diesem entwickelt sich dann eine Freude, die jede menschliche Vorstellung übersteigt.« Gelobt sei mein Guru Sri Yogananda und alle geistigen Wesen, die uns führen, Ehre sei Gott!

                    — N. K., Namibia


Ich übe den Kriya-Yoga seit 45 Jahren. Für mehr als 20 Jahre waren meine Meditationen eher trocken, aber ich fuhr damit fort, zweimal täglich zu üben. Jetzt, im Alter, bin ich jenseits aller weiteren Worte gesegnet.

Kürzlich fragte ich den Meister in einer tiefen Meditation nach dem Üben des Kriya-Yoga: »Was ist kosmischer Frieden?« Es war Stille; ich ging tiefer in die Meditation und allmählich fühlte ich eine Welle glückseligen Friedens, die von der untersten Wirbelsäule emporstieg in die höheren Zentren der Wirbelsäule, um sich über den gesamten Körper auszubreiten – eine Wahrnehmung von Frieden wie nie zuvor. In dieser Welle des Friedens fühlte ich, dass alle Atome dieses Körpers im Einklang mit den Schwingungen in perfekter Harmonie mit allen Schwingungen des universellen Dharma waren. In diesem Licht des glückseligen Friedens fühlte ich, wie der Körper dahin schmolz und meine Seele aufstieg und sich in Wellen der Liebe ausweitete. In noch tieferen Meditationen trat meine Seele in noch höhere Ebenen des glückseligen Friedens ein, einem Zustand schwingungsloser, perfekter sanfter Ruhe und ich wusste, dass ich für einen kurzen Moment zu Hause war. Dank dieser Erfahrung erkannte ich die Antwort meines Gurus auf meine Frage: »Was ist kosmischer Friede?«

                     — S. B., Georgia

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